Gedenken an die Opfer des 19. Februar 2020

Ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau gedachten auch die katholischen Christen der Opfer. Dabei beteiligte sich die Kirche an verschiedenen Gedenkfeiern und Gottesdiensten. Um 19.02 Uhr erklangen alle Kirchenglocken Hanaus gemeinsam im Gedenken an die Opfer. Gleichzeitig riefen sie auf zu Frieden und läuteten gegen den Hass. 

Eine Friedensbotschaft war unter dem Motto „Hanau steht zusammen“ schon am frühen Morgen des 19. Februar am Kirchturm der Hanauer Stadtpfarrkirche Mariae Namen angebracht worden. Darauf zu lesen ein Gebet des Heiligen Franz von Assisi, seit kurzem Patron von Hanaus neuer katholischer Großpfarrei. Der Kirchturm lädt nun weithin sichtbar Passanten zum Beten ein: „Herr, mache mich zu einem Werkzeug eines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst, dass ich verzeihe, wo man beleidigt, dass ich verbinde, wo Streit ist“. In vielen Sprachen ist dort nun auch das Wort für „Frieden“ zu lesen. „Die katholische Citypastoral Hanau will damit ein Zeichen für eine gesellschaftliche Haltung setzen, die Taten wie die des 19. Februar 2020 verhindert“, so Inaki Blanco-Perez, Referent für Citypastoral. Die ersten, die diese Turmbotschaft lesen konnten, waren die Kirchgänger, die zu einem von zwei katholischen Gedenkgottesdiensten für die Opfer des rassistischen Anschlages nach Mariae Namen gekommen waren. Die Stadtpfarrkirche steht nicht weit vom ersten der beiden Anschlagsorte, dem Heumarkt. Auch in der Kirche St. Elisabeth im Stadtteil Kesselstadt, nahe des zweiten Tatorts am Kurt-Schumacher-Platz, wurde am Morgen fast zeitgleich ein Gedenkgottesdienst für die Opfer gefeiert. Direkt im Anschluss begaben sich zwei Jugendleiter der Gemeinde, die eines der Opfer aus der Schule gekannt hatten, zum Kurt-Schumacher-Platz. Dort stellten sie eine Kerze ab. 

Am Abend standen dann der Kreuzweg in St. Elisabeth sowie zwei besinnliche Gebetsstunden in den Kirchen Mariae Namen und Heilig Geist im Stadtteil Lamboy im Zeichen des Gedenkens, der Trauer und der Solidarität mit den Opfern von Hass und Gewalt. Sie bereiteten das Glockengeläut aller christlichen Kirchen in Hanau vor, an dem sich auch vierzehn katholische Kirchen im ganzen Dekanat Hanau beteiligten, also auch in Großkrotzenburg, Langenselbold und anderen Orten. Zudem beteiligten sich die verschiedenen katholische Gemeinden an ökumenischen und interreligiösen Gedenkfeiern und Gottesdiensten in Maintal-Dörnigheim, in der evangelischen Marienkirche am Hanauer Goldschmiedehaus und in der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau. Schon tags zuvor hatten christliche, muslimische und jüdische Kirchenvertreter eine digitale Gedenkfeier, organisiert vom Spazialchemiekonzern im Industriepark Hanau-Wolfgang, als Stream via „Teams“ abgehalten.