Zuhörend und interessiert: Bischof Dr. Michael Gerber besucht unsere Pastorale Dienstgemeinschaft

21. Jun 2021

Als Hörenden, aber auch als Impulsgeber erlebte die Pastorale Dienstgemeinschaft - das sind die Hauptamtlichen in der Seelsorge unserer neuen Pfarrei St. Klara und Franziskus - ihren Bischof Dr. Michael Gerber bei seinem Besuch – kürzlich bei einem der wöchentlichen Treffen vor Ort in Hanau.

In Erinnerung an den Gründungsgottesdienst am 31. Januar 2021 bewies der Bischof Empathie und Interesse an der Entwicklung in Hanau und Großkrotzenburg. Er betonte die Bedeutung der Erfahrungen in dieser großen Pfarrei als „Versuchs- und Lernfeld für das ganze Bistum“: Sechs Pfarreien mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind zusammen - in einem hoch komplexen Umfeld des Rhein-Main-Gebietes mit vielen Facetten, plural und bunt. Die Kirche „ein Player unter vielen“ und doch unterwegs „mit dem, was andere nicht zu bieten haben.“ Es gilt nicht, „nachzumachen, was andere in der Gesellschaft schon tun, sondern das Evangelium als befreiende Botschaft zu leben und dadurch Menschen zu befähigen, eine christliche Atmosphäre zu gestalten in einem Umfeld, wie es sich in realer Form zeigt – mit Herausforderungen, die es so in der gesamten Geschichte der Kirche noch nicht gegeben hat!“, so Bischof Gerber.

Detailliert, realistisch und ungeschönt schilderte die Dienstgemeinschaft die pastorale Situation in der Pfarrei mit ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten in den vielen Schulen und KiTas, in den starken muttersprachlichen Gemeinden, in den sozialen Brennpunkten und wohlsituierten Gegenden – auch die unfertige oft unbehauste Gestalt nicht nur im Hinblick auf die vielen Baustellen (Pfarrbüro, Pfarrhaus, Renovierung und KiTa-Neubau…). Konkret wurden Herausforderungen benannt, für die es keine Patentlösungen oder Beispiele der Lösung anderswo gibt. „Eine gemütliche Ruhe ist da nicht zu erwarten!“, so der Bischof.

Hanau - Großkrotzenburg gilt als Pilotprojekt. Dabei wird nicht alles glatt laufen, manches wird auch misslingen. Aber vieles ist auch gut angelaufen, gerade im Bereich der Mitarbeit der Ehrenamtlichen in den neu gewählten Gremien. „Dann kann man die Schwierigkeiten so erleben, dass sie sogar zu einem Gelingen, ja zu einem Wachstum und neuem Aufbruch beitragen!“, meinte einer der Teilnehmer.

Im Mittelpunkt des Austausches stand der Blick auf den Sendungsauftrag der Kirche - von Jesus Christus her in die Welt. Wie kann es gelingen, „auch eine neue Form der Fehlerkultur zu entwickeln, die nicht vernichtet und zerstört, sondern Neues ermöglicht und blühen lässt, weil sie aus Fehlern lernt.“, so eine andere Meinung.

Dies alles kann auch helfen, in eine Haltung zu finden, die neue Chancen ermöglicht, in unserer realen Region Katholische Kirche zu gestalten und aus missionarischem Eifer Neues grundzulegen. Vielleicht kleiner und weniger öffentlich beachtet, aber doch tief und auf Christus bezogen. Visionen und Lust auf die Zukunft helfen hier!“, wurde formuliert.

Viele Themen fanden Beachtung und der Bischof nahm auch Anregungen mit nach Fulda, im Hinblick auf eine größere Transparenz und ein inhaltliches Vorangehen in den administrativen Vorgängen gemeinsam mit der Bistumsverwaltung – und im Hinblick auf das Lernen in der Nachbarschaft beim Blick über den Zaun.

Zum Treffen gehörten auch eine kulinarische Stärkung, Fröhlichkeit und gute Laune bei den Gesprächen im Kleinen, ein Gruppenfoto unterm Baum auf der Hofplatte als Erinnerung und nicht zuletzt der Reliquiensegen, in dem die Patrone Klara und Franziskus mittendrin dabei sind. „Denn die beiden gehören nicht in den Tresor, sondern mitten ins heutige reale Leben!“, so Bischof Gerber.

Beim Abschied und bei der Abreise nach Fulda und in die Kirchorte hoffte man auf ein baldiges neues Treffen. „Wir bleiben in Verbindung und im lernenden Austausch!“, waren sich die Teilnehmer mit dem Bischof einig.